Samstag, 29. Oktober 2011

Löwen in Rom II






In Rom wird Antike wieder lebendig. Monumentale Ruinen bezeugen eine antike Kultur vor Jahrtausenden. Nicht nur die großen Ensembles überwältigen, auch kleinere Details und Plastiken faszinieren durch hohe Kunstfertigkeit und Ausdrucksstärke. So lassen sich in Rom eine Vielzahl von Tierdarstellungen finden, die aufmerksamste Naturbeobachtung und Einfühlung in das animalische Wesen beweisen. Beispielsweise finden sich in den unzähligen Darstellungen, Plastiken und Reliefen von Löwen beeindruckende Zeugnisse künstlerischer Kreativität.
Für Menschen in der Antike war der Umgang mit Tieren ein wichtiger Lebensbereich. Sie konnten jederzeit zur Bedrohung werden. Als Jagdtier oder Haustier brachten sie vielfachen Nutzen. Bestimmte Tiere wurden mit Naturmächten gleichgesetzt. In der Frühzeit gab es oft Götter in Tiergestalten. Das Tier hat für Menschen seit Urzeiten sehr große Bedeutung, so dass es zu einem der wichtigsten Themen bildlicher Darstellung wurde.
Der starke Symbolcharakter von Tierdarstellungen verringerte sich bereits in der Antike. So entwickelte sich bis in die Römerzeit immer mehr die profanere Darstellung zur Dekoration. Einige Tierarten behielten jedoch ihre starke Symbolik bei. Dazu gehört seit jeher der König der Tiere - der Löwe. Er galt und gilt ungebrochen als Sinnbild der Macht und der Herrscher. Löwen galten sogar als eine Art Gerichtsbarkeit, um Wahrheit zu erkennen. Dazu bediente man sich in Rom der Praxis, die Hand des Aussagenden in das Maul eines lebenden Löwen zu legen, um die Richtigkeit seiner Angaben zu überprüfen.
Schon in vorderasiatischen Kulturen waren Löwen die Erscheinungsform von Gottheiten. Griechische Darstellungen wurzelten in orientalischen Traditionen und ließen ihre Götter oft durch Löwen begleiten. Aufgrund seiner Stärke wurde der Löwe zum gebräuchlichen Schutzsymbol. Man findet ihn an Gebäuden, auf Amuletten, in jeder denkbaren Form künstlerischer Darstellung. Italienische Löwen folgen oft der Herrschermetaphorik, stehen für Machtansprüche und schützende Überlegenheit. So gibt es sie nicht nur als gezähmten Türklopfer, der Wachsamkeit verdeutlicht. Löwen sieht man auch stolz schreitend, bedrohlich beobachtend und wild erzürnt. Von ruhender Energie bis zu ausgiebiger Angriffslust.
Bildquelle: Aufnahmen aus Rom vom 25.10.2011, A.Treumann

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