Mittwoch, 7. März 2012

Pferde - neue Bleistiftskizzen 2012










Eine kleine Auswahl neuerer Kopfstudien & Bewegungsstudien mit Bleistift, fixiert, auf verschiedenen Formaten by Astrid Treumann 2012

Montag, 5. März 2012

Psychologie als spannendes Steckenpferd






Schon während meines Studiums fand ich psychologische Sachliteratur besonders spannend. Ich las alles, was mir dazu in die Hände kam. Damals ging es mir vorwiegend um die pädagogische Psychologie und die Möglichkeiten, psychologische Erkenntnisse in die Lehrertätigkeit einbringen zu können. Mit den Jahren wurde das Spektrum an Themen immer breiter. Von der an praktischer Attagsbewältigung orientierten Ratgeberliteratur bis hin zu recht komplizierten Fachbüchern über psychische Erkrankungen und Therapieformen - mit einer Unmenge an themenspezifischen Fremdwörtern. Schrittweise entdeckte ich viele Widersprüche zwischen einzelnen Theorien und Herangehensweisen, zwischen Erfahrungen der Selbstbeobachtung und Empfindungen, die mir andere beschrieben. Immer wieder bemühe ich mich, mir zu einzelnen Theorien und psychischen Erklärungsverfahren eine eigene, möglichst neutrale Meinung zu bilden. Je mehr ich dazu lese, um so mehr fällt mir auf, wie wenig ich eigentlich weiß. Und wie schnell eine logische These die Inhalte einer Unmenge an Fachliteratur in die Fragwürdigkeit verbannt. Nichts ist so schwer zu zerstören, wie ein einmal gebildetes Vorurteil. Deshalb macht es gerade bei der Beschäftigung mit psychologischen Themen für mich viel Sinn, mich möglichst ohne festgezurrte Glaubenssätze durch die Aneignung beschriebener Erkenntnisse und Behandlungsvarianten zu bewegen.


Die Psychologie und ihre Verwandten - noch in Kinderschuhen oder schon uralt?


Je nach Herangehensweise und Blickwinkel lässt sich für mich die Psychologie und alle um sie herum entstandenen Themengebiete entweder als sehr junges Forschungsgebiet oder auch als Urwissen der Menschheit wahrnehmen. Im Prinzip wendet jeder Mensch sein psychologisches Wissen rund um die Uhr an, ohne unbedingt ein Bedürfnis zu spüren, es zu hinterfragen. Über viele Verhaltensweisen wird nicht nachgedacht, man tut sie einfach - eben einfach weil es so ist oder eben "aus dem Bauch heraus". Wenn die überwiegende Menge von Menschen in bestimmten Situationen und Zusammenhängen in etwa das Gleiche oder sehr ähnliche Verhaltensweisen zeigen, gilt das dann als "normal". Die ungefähre Norm des menschlichen Verhaltens orientiert sich an erkennbaren Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten von Reaktionen. Welche bizarren Unterschiede sich bei solchen Normierungen entdecken lassen, wird im Vergleich verschiedener Kulturkreise, historisch oder auch im Abgleich zwischen Verhaltensformen in Naturvölkern und Industriegesellschaften deutlich.


Psychologie als Archäologie


Ich gewinne oft den Eindruck, das praktisch anwendbare Erkenntnisse psychologischer Art eher wie Fundstücke aus vergangenen Zeiten wirken. Ich denke nicht, dass der Mensch sich in seinen psychischen Prozessen erst wirklich erforschen muss. Es gibt vermutlich wirklich das beschriebene "Urwissen" in jedem Menschen. Doch es ist wohl sehr tief im Unterbewusstsein, der Zugang scheint verschüttet. Auch vermute ich: neue Erkenntnisse sind gar nicht wirklich neu. Ich halte diese neu erfundenen Räder eher für auf jung geschminktes Wissen, welches eben schon immer Teil menschlicher Erfahrungen war. Es gilt wohl eher, vergessenes Wissen neu hervor zu graben und an das Industriezeitalter beziehungsweise das Informationszeitalter anzupassen. Vielleicht sind auch einige Menschen, die sich als Medium oder "erleuchtet" betrachten, besser befähigt als andere, in die verschütteten Zugänge des Unterbewusstseins neue Wege der Wahrnehmung zu graben. Wobei ich in bezug auf esoterische Interpretationen immer sehr vorsichtig bin, da mir Vieles zu subjektiv und manchmal schon fast wahnhaft erscheint.


Das gefährlich Neue in der Psychologie


Doch es gibt effektiv Neues in der Psychologie beziehungsweise Pychiatrieanwendung, sieht man die letzten hundert Jahre als Bezugsrahmen. Sprengbomben der pharmazeutischen Industrie würde ich bezeichnen, was leichtfertig und millionenfach an Psychopharmaka den Markt überschwemmt. Sicher kenne ich nicht jede Erkenntnis und Untersuchung zu Wirkungsweisen pharmazeutischer Mittel. Nur die bereits mir bekannten Studien lassen sich einfach auf einen Nenner bringen. Es handelt sich bei den Wirkungsweisen von Psychopharmaka häufig nur um spekulierte und vermutete Effekte. Wirklich wissenschaftliche Beweise konnte ich nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt das an meinem Einschätzungsvermögen. Doch immer findet sich ein "möglicherweise" in den Formulierungen. Natürlich gibt es Studien, die industrieabhängig agieren und Ergebnisse so interpretieren, als ob es wirksame Heilmittel wären. Ein befreundeter Wissenschaftler auf diesem Gebiet meinte dazu einmal zu mir, man könne jede Statistik so modellieren, so dass die erwünschte Aussage entsteht. Selbst Mediziner mit fundiertem wissenschaftlichen Hintergrund bezeichnen die Millionen von Patienten mit psychischen Problemen, die reihenweise nicht nur ein derartiges Medikament teilweise sogar auf Lebenszeit verabreicht bekommen, als Versuchskaninchen.


Psychopharmaka besitzen Zeitzünder für Selbstzerstörung


Je mehr ich mich thematisch mit Psychopharmaka beschäftigte, um so mehr drängte sich mir der Eindruck auf, es geht nicht um Hilfe. Es geht nicht darum, Menschen wirklich zu helfen, ihnen effektiv Erleichterung zu verschaffen. Ich vermute mittlerweile, es geht eher um zwei Faktoren: normiert bequeme Patienten zu schaffen und möglichst hohen Profit mit dem Verkauf derartiger Mittel zu erreichen. Die unendlich vielen Nebenwirkungen, die der Einnahme von Psychopharmaka folgen, werden weitgehend aus dem Blickfeld verdrängt. Ginge es doch in erster Linie darum, akute Zustände zu beenden, die Erträglichkeit zu gewährleisten. Ich halte das für plumpe Ausreden, um die Profitgier zu rechtfertigen. Selbstgerecht werden Menschen mit Psychopharmaka zu Süchtigen deformiert. Ein krasser Widerspruch zur vermeintlichen Zielstellung der Industriegesellschaften, gegen jede Art von Drogenmissbrauch zu sein. Psychopharmaka sind Drogen. Drogen mit Wirkungsweisen, die nicht annähernd so gründlich bekannt sind, wie verbotene Drogen aus natürlichen Substanzen. Schon bei einer relativ kurzen Einnahme von Psychopharmaka kann es zu organischen Langzeitschäden kommen. Sicher gibt es eine deutliche Tendenz, möglichst wenige Medikamente in eine Therapie zu integrieren. Doch es gibt auch starke Gegenströmungen, die Psychopharmaka zu ausbaufähigen Allerheilmitteln interpretieren.


Fragen, die sich mir dazu stellten:


Wären nicht liebevolle Zuwendung, Aufmerksamkeit, Verständnis und Toleranz die angebrachteren "Heilmittel" für die Psyche? Muss immer jeder Mensch "normal" funktionieren? Wer anderen Menschen keinen Schaden zufügt, könne doch auch einfach mal in seiner Besonderheit geachtet und geliebt werden. Muss man an jedem Menschen so lange medizinisch herumschrauben, bis er völlig niedergemacht ist und organisch durch Nebenwirkungen zerfällt? Ist nicht eventuell die moderne Form, Menschen psychiatrisch zu behandeln, viel eher Ausdruck einer menschenfeindlichen Gesellschaft? Einer Gesellschaft, in der man nicht mehr bereit ist, anderen Menschen zuzuhören, ihnen Mitgefühl entgegen zu bringen oder sie eben auch einfach mal so zu lassen, wie sie sind? Ist die neurotische Rivalität und Ellenbogenmentalität so grausam, so dass man einfach über die psychisch Schwachen hinweg trampelt, sie isoliert und mit Ausgrenzung und Nichtachtung bestraft?


Psychologie war, ist und bleibt für mich spannend


Auch wenn ich der Meinung bin, dass die besten psychologischen Umgangsformen der Menschheit schon lange bekannt sind und die Erkenntnisse zwischenmenschlicher Verhaltensweisen bei Naturvölkern und verschiedenen ethnische Gruppen und Kulturkreisen ausreichend Anhaltspunkte bieten, wie im Kern psychologisch Gesundes funktionert. Insbesondere die Verhaltenspsychologie ist und bleibt für mich spannend. Der "Menschen-Zoo" von Desmond Morris bietet so erhellende Schlaglichter auf die psychologische Natur von Menschen, so dass immer wieder genügend Stoff zum Weiterdenken, Weiterlesen, Wahrnehmen und Beobachten bleibt. Doch es gibt auch viele junge Wissenschaftler und Autoren psychologischer Literatur, die interessante Blickwinkel und ungewöhnliche Perspektiven bieten. Selbst wenn die Räder schon lange erfunden sind, nicht einmal vom Menschen selbst, sondern durch die Evolution, gibt es immer noch das ein oder andere neue Rädchen, ein kleines Zwischenstück oder neue Details zu entdecken. Sicher sind Themengebiete der klinischen Psychologie für mich aus laienhafter Sicht nicht immer leicht verständlich. Auch gibt es sicher psychische Symptome, bei denen selbst erfahrene Experten vor einem Rätsel stehen. Doch ich versuche, mich auch - möglichst ohne selbstgerechte Sichtweisen oder Selbstüberschätzung - mit komplizierten Themen vertraut zu machen.


Psychologie für meine künstlerische Arbeit


Meine Leidenschaft für psychologische Erkenntnisse verbinde ich in meiner künstlerischen Arbeit. Ich experimentiere mit Formen, Farben und Materialien, um bestimmte Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. Ein künstlerisches Projekt von mir verfolgt das Ziel, künstlerische Arbeiten mit einem möglichst für Betrachter wohltuenden Effekt zu gestalten. Bilder und Objekte, die für Menschen angenehm und psychisch aufbauend sind. Die zu Betrachtungen anregen, bei denen man gerne verweilt und sogar positive Energie für die Psyche auftanken kann. Die vielleicht zur Meditation anregen oder eben einfach nur kleine Glücksmomente hervorbringen können. Sicher ein sehr anspruchsvolles Anliegen. Humorvoll gesehen bemühe ich mich darum, künstlerische "Psychopharmaka ohne jede Nebenwirkung" zu gestalten. Natürlich sicher eher ein irrationaler Wunsch idealisierter Ansprüche. Künstler dürfen ja etwas verwegene und ungewöhnliche Ideen verfolgen, ohne gleich als völlig "verrückt" zu gelten. Diesen kleinen Freiraum gesellschaftlicher Wahrnehmung möchte ich natürlich nutzen...Und etwas von der Norm "abgerückt" zu sein, ist ja auch wieder für Künstler durchaus "normal". Nun, ich bin auf dem Weg. Träume sind dazu da, wenigstens nicht vergessen zu werden. Auch wenn ihre Realisierung kaum realisierbar erscheint. Oder wie man immer so schön interpretiert - der Weg ist das Ziel.

Bildquelle: Fotograf Gerd Altmann by pixelio.de - http://www.pixelio.de/





Sonntag, 12. Februar 2012

Zum gestrigen Tod von Whitney Houston

Whitney hatte eine Stimme von beeindruckender Klangfarbe. Ihre Musik berührte unmittelbar, streichelte die Seele. Als man sie 2009 bei Oprah Winfrey in ihrer Show sah, atmete man unwillkürlich auf. Schien sie doch endlich wieder sie selbst zu sein. Sie war strahlend schön und sprach emotional aufgeräumt von ihrer Vergangenheit. Von einem Bobby Brown, der sie vor ihrer Tochter anspuckte, mit glühendem Hass in den Augen. Von dem Mann, dem sie sich zwanghaft unterordnete, sich fortlaufend kontrollieren, demütigen und erniedrigen ließ. Und vom dem sie sich endlich befreien konnte. 2009 gab es allen Grund zur Hoffnung.

Sucht zerstörte ihr Leben

Nach ihrem Filmerfolg 1992 - The Bodyguard - begann ihre Sucht sich in vollem Umfang zu entfalten. Sie pumpte sich voll mit Medikamenten, natürlichen und chemischen Drogen, rauchte Crack, trank Alkohol im Übermaß. Man musste grausame Fotos in den Medien sehen, die jedem Liebhaber ihrer Musik das Herz eng werden lassen konnten. 2009 dann die Rückkehr ins Rampenlicht. Doch sie misslang. Schon Oprah sagte sie im Interview, dass sie immer noch diese süchtigen Bedürfnisse in sich trage, häufig an Drogen denken müsse. Und nur sagen könne, derzeit clean zu sein. Und sich vorgenommen hätte, auch clean zu bleiben. Jedoch schien die anschließende Tour ihre Kräfte zu übersteigen. Konnte sie doch offenbar den Druck und die Erwartungshaltung ihrer Fans nicht ertragen, ohne sich gleichzeitig mit Drogen zu betäuben. Es kam zu peinlichen und traurigen Auftritten auf den Bühnen, bei denen ihre Stimme versagte und sie wirre Selbstgespräche zu führen begann.

Der Tod der Künstlerin - ein Abschied auf Raten

Ihr gestriger Tod mit nur 48 Jahren schockiert. Doch er kam nicht völlig unerwartet. Gegenteilig kann es schon fast erstaunen, wie robust ihre Gesundheit doch gewesen sein musste, so dass sie noch relativ lange Zeit diese Kombination aus massiven Schadstoffen körperlich überlebte. Natürlich fragt man sich, wie und warum Whitney nun diesen Weg zuende ging. Warum nicht ihre Tochter, ihre Freunde, ihre Musik ihr den notwendigen Lebenssinn vermitteln konnten. Um zu kämpfen, am Leben zu bleiben. Offenbar nicht genug Lebenssinn, nicht genug Lebensfreude für die außergewöhnlich begabte Sängerin. Die sich seit Anfang der neunziger Jahren konsequent für den Selbstmord auf Raten entschied.

Es bleibt nur die bittersüße Erinnerung ...

Der Textbeginn ihres bekanntesten Songs - I Will Always Love You - bekommt durch die aktuellen Ereignisse einen bitteren Nachgeschmack. Whitney begann das Lied übersetzt mit: “ Wenn ich bleiben würde, wäre ich Dir nur im Weg...”. Vielleicht hat sie das auch in bezug auf ihr Leben so empfunden.

Weiterhin heißt es in dem Liedtext: “....Also auf wiedersehen, aber bitte weine nicht; Wir beide wissen, dass ich nicht das bin, was Du brauchst..”. Textinhalte, die unter heutigen Umständen anmuten wie ein Abschied, nicht nur symbolisch von einer losgelassenen Liebe erzählen. Und im zeitlichen Kontext war nach Veröffentlichung des Liedes, welches zum Welterfolg wurde, der Beginn ihrer massiven Drogenabstürze. Vielleicht zerbrach in dieser Zeit etwas in ihr, vielleicht konnte sie die extreme Aufmerksamkeit nicht mehr ertragen. Es bleibt nur Spekulation.
So könnte man ihr bekanntestes Lied als Abschied der großen Whitney vom Leben interpretieren, von ihrer Tochter, von den Menschen, denen sie viel bedeutet hat. So bleibt seit gestern wie im Liedtext auch nur noch die “bittersüße Erinnerung” an eine faszinierende Künstlerin, die sich selbst Stück für Stück zerstörte.

Montag, 6. Februar 2012

Hauskauf ohne Makler

Für viele ist der geplante Hauskauf ohne Makler nicht vorstellbar. Sie tun es zumeist nur einmal im Leben und meinen, es nicht ohne einen beratenden und unterstützenden Experten zu schaffen. Daraus ergibt sich, dass nach aktuellen Schätzungen immer noch mehr als 50 % der Hauskäufer ihre Immobilien über Makler kaufen. Vermutlich weil ihnen Kenntnisse, Erfahrung und Sicherheit fehlt, es als Direktkauf oder Verkauf anzugehen.

Ein zuverlässiger Hausmakler und viele Abzocker

Aufgrund einer Vielzahl persönlicher Erfahrungen wähle ich aktuell das Thema Hauskauf ohne Makler für meinen Blog. Schon seit meiner Studienzeit jobbte ich immer wieder in Maklerbüros, um mir etwas dazu zu verdienen. Ich schrieb die Unterlagen, zeigte Interessenten anvisierte Immobilien und erfuhr viel über die Abläufe solcher Vermittlungsgeschäfte. Insgesamt jobbte ich im Verlauf von 15 Jahren zusätzlich zu meiner Hauptarbeit in mehr als 12 verschiedenen Maklerbüros quer durch Deutschland. Immer als Nebentätigkeit und eher am Wochenende oder am späteren Abend. Somit denke ich, schon so einige Erfahrungen gesammelt zu haben, über die ich berichten kann.

In 15 Jahren lernte ich real nur einen einzigen Makler kennen, der nach meinem Eindruck einen guten und fairen Job machte. Er war fachkompetent und extrem engagiert, ehrlich interessiert an den Bedürfnissen seiner Klienten. Auch wusste er wirklich bis in das letzte Detail über seine Objekte Bescheid und half so, viele Fehler zu vermeiden. Er hatte einen anerkennenswerten Berufsethos und war vertrauenswürdig. Sozusagen aus meiner Sicht wirklich als Einzigster sein Geld wert. Dieser herausragend gute Makler war noch vom alten Schlag, ist mittlerweile schon seit vielen Jahren in Pension und war leider für mich die Ausnahmeerfahrung schlechthin. Mit allen anderen Maklern und Maklerinnen, mit denen ich im Verlauf der Jahre zu tun hatte, habe ich durchgehend nur negative Erfahrungen machen müssen. Deshalb finde ich die Entwicklung begrüßenswert, dass man nun wirklich ohne hohe Kosten und sehr einfach privat mittels des Internets Immobilien ohne Makler kaufen oder verkaufen kann. Es gibt sicher einige Regeln und Fallstricke, über die man im privaten Immobilienhandel Bescheid wissen sollte. Doch dieses Wissen ist übersichtlich und wer es weiß, macht es auch nicht mehr falsch.

Erfahrungen mit Maklern können abenteuerlich sein

Wer sich im Immobiliengeschäft nicht auskennt, kann sich vermutlich kaum vorstellen, welche Abzockermentalität in diesen Kreisen häufig existiert. Da wird mit blumigsten Worten beschrieben, wie hilfreich und fachlich versiert der Makler und seine Mitarbeiter sind, wie viele Immobilien schon erfolgreich vermittelt wurden und wie sehr es sich doch um ein seriöses Traditionsgeschäft handeln würde. Hinter den Fassaden sieht es leider oft ganz und gar anders aus. Da werden immer wieder Leute durchgeschleift, die als Immobilienmakler von den Büros angeworben werden, um schnell mal ein paar frische Objekte an Land zu ziehen. Ehe es dann wirklich zum Geschäft mit diesen Immobilien kommt, sind die neu angeworbenen Mitarbeiter schon wieder Geschichte. Der Inhaber eines Maklerbüros zockt nicht selten nicht nur seine eigentlichen Kunden ab, sondern auch seine Mitarbeiter. Da gibt es Immobilien - Franchiseunternehmungen, die den Franchisenehmern extrem hohen Druck machen. Jeden Monat werden hohe Zahlungen als Franchisegebühren fällig, egal, ob das Büro Einnahmen hat oder eben nicht. Da dann den Inhabern solcher Maklerbüros das Wasser selbst schnell bis zum Hals steht, agieren sie um so rücksichtsloser gegenüber ihren freien Mitarbeitern. Und so wird auch jedem potentiellen Kunden das Blaue vom Himmel erzählt, nur um schnell an einen Maklerauftrag zu kommen oder eben die Immobilie loszuschlagen, egal um welche Bruchbude es sich auch handeln mag. Als geringfügige Aushilfskraft war ich immer froh, nicht in diese eigentlichen Geschäfte involviert zu sein. Doch immer, wenn es mir zu bunt wurde und mir die Geschäftsgebahren zu unseriös erschienen, habe ich meine Tätigkeiten beendet. Oft habe ich auch schlicht und ergreifend kein Geld oder eben nur viel weniger als vereinbart für meine Arbeit erhalten. Daraus ergab sich auch der häufige Wechsel. Irgendwann hatte es mir dann völlig gereicht und ich entschloss mich, überhaupt nicht mehr im Maklerbereich zu arbeiten, auch nicht als einfache Büroaushilfe, die den Herren und Damen Maklern ihre Immobilienbeschreibungen formuliert.

Immobilienhandel ohne Makler ist in jedem Fall angebracht

Meiner Meinung nach ist jeder Immobilienbesitzer durchschnittlich auch in der Lage, sein Objekt selbst zu vermarkten. Sicher kann es Ausnahmefälle geben, wenn beispielsweise eine große räumliche Entfernung zwischen Wohnsitz und Objekt besteht. Doch auch dann wäre es aus meiner Sicht sinnvoller, eine Vertrauensperson für die Besichtigungstermine und das ganze Drumherum zu beauftragen, als sich mit einem Maklervertrag zu binden. Sicher gibt es kompliziertere Objekte, die eine gewisse Fachkenntnis benötigen. Es gibt Gewerbeimmobilien, über die man entsprechende Sachkenntnis besitzen muss, wenn man sie verkaufen will. Doch auch hier gibt es genügend Wege und Möglichkeiten, um sich diese Kenntnisse zu erwerben. Ich denke, viele schalten Makler einfach nur deshalb ein, weil es bequemer erscheint und auch irgendwie üblich sei. Doch faktisch steht die Leistung, die ein Makler für die Vermittlung einer Immobilie erbringt, in keinem Verhältnis zu der prozentualen Maklergebühr, die er erhebt. Die erbrachten Maklerleistungen stehen einfach nicht in einer fairen Relation zum Arbeitsergebnis. Ich möchte nicht ausschließen, dass es persönliche Umstände gibt, aufgrund dessen man seine Immobilie nicht selbst verkaufen kann. Doch auch dann wäre es in den meisten Fällen sinnvoller, eine wirkliche Vertrauensperson einzubeziehen, die sich dieser Aufgabe widmen kann. Ein Makler rechtfertigt meiner Meinung nur in seltensten Fällen das in ihn gesetzte Vertrauen. Da für ihn zumeist nicht die Motivation der ehrlichen Unterstützung bei Kauf oder Verkauf im Vordergrund steht, sondern eben nur der schnelle und überproportional hohe Gewinn.

Immobilieninteressenten sollten sich vor üblen Tricks schützen

Natürlich wissen Makler, dass nicht jeder Freude daran hat, an sie um die 5 % des Kaufpreises nach einem Immobiliengeschäft zu zahlen. Deshalb greifen viele Makler auch zu üblen Tricks, um trotzdem ausreichend Kunden zu binden. Wer ein Haus kaufen will und jenes auch im Internet oder Druckmedien inseriert, sollte deshalb ausdrücklich Gesuche mit der Kennzeichnung "ohne Makler gesucht" veröffentlichen. Doch auch dieser Hinweis wird nicht jeden Makler davon abbringen, sich zu melden. Deshalb macht es Sinn, jeden Anbieter zunächst auch genau zu befragen, ob er überhaupt der eigentliche Anbieter ist. Es macht Sinn, sich eine Kopie des Grundbuchauszugs und den Personalausweis zeigen zu lassen, ehe man mit der Besichtigung beginnt. Alternativ eine schriftliche Bevollmächtigung des Eigentümers zum Grundbuchauszug, wenn er nicht als natürliche Person vor einem stehen kann. Obwohl sich das nach Misstrauen anfühlt, ist es sinnvoll und vermeiden viele unnötige Komplikationen beim privaten Immobilienkauf. Ich habe häufig erlebt, wie Maklerbüros einfach Häuser so inserieren, als wenn es sich um Privatangebote handeln würde. Kaufinteressenten melden sich und es werden irgendwelche Mitarbeiter hingeschickt, die sich als Bekannte der Eigentümer ausgeben. Schlicht und ergreifend werden die Leute betrogen. Und wenn der Interessent ernsthaft Kaufabsicht zeigt, hat sich eben zufällig eine Zeitüberschneidung ergeben und der Eigentümer hat dann doch einen Maklerauftrag auf dem Haus und so weiter. Da gibt es wirklich viele geschickte Manipulationen, von denen sich Kaufinteressenten sicher oft nur wenig vorstellen können. Wer nun denkt, solcherart gefoppte Interessenten würden gleich wieder vom einmal entwickelten Kaufinteresse Abstand nehmen, irrt sich. Manch ein Immobiliensuchender sucht schon geraume Zeit und wenn er dann das vermeintlich perfekt geeignete Objekt findet, fällt es ihm schwer, davon abzulassen. So haben Makler beispielsweise oft mit dieser Masche Erfolg. Und da gibt es noch viele Maschen in der Trickkiste windiger Makler.

Wer ein Haus ohne Makler kaufen will, braucht Beharrlichkeit und Geduld. Doch es lohnt sich, denn Maklercourtagen über viele Tausende von Euro können bei der Neuanschaffung eine große finanzielle Zusatzbelastung werden. Wer sich einmal ausrechnet, wie viel länger Immobilienkredite abgezahlt werden müssen, die noch die Courtage der Makler mit abzahlen, findet schnell heraus, warum sich mehr Eigeninitiative beim Hauskauf lohnt. Das kann sich um Jahre handeln! Oft unterschätzen Hauskäufer die bei einem Kauf entstehenden Gesamtkosten. Da wird nur der Kaufpreis wahrgenommen, sicher noch die Nebenkosten bei etwa 10 - 15 % gerechnet. Doch eine Immobilie kann schnell zur Wundertüte werden und dann fallen Kosten an, die man vorher nicht im Traum kalkuliert hat. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob es sich um einen Neubau oder eine Gebrauchtimmobilie handelt. Beides hat Vorteile und Nachteile. Doch einen der wirklich ungerechtfertigsten Nachteile kann man realistisch vermeiden - die überteuerte und unangemessene Vermittlungsgebühr der Makler.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Warum sollte man Immobilien ohne Makler kaufen oder verkaufen?

Makler verursachen teure und ärgerliche Zusatzkosten, die man mit etwas Aufwand und Eigeninitiative vermeiden kann.

Makler ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Es sollte somit klar sein, dass sich zunächst grundsätzlich fast jeder “Immobilienmakler” nennen kann, der einen Gewerbeschein dazu beantragt. Für die Gewerbeerlaubnis der Gemeinde ist es noch nicht einmal nötig, eine berufsnahe Qualifikation vorweisen zu können. Nach § 34 c für Makler wird eine Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Ausübung nur verwehrt, wenn der Antragsteller in den letzten fünf Jahren für eine relevante Straftat rechtskräftig verurteilt wurde oder sich aktuell in einem Insolvenzverfahren befindet. Der gewerbliche Immobilienmakler ist lediglich verpflichtet, sich zu versichern und eine nachvollziehbare Buchhaltung zu führen.

Makler im Immobiliengeschäft sind teuer

Makler sind Vermittler. Ihr Geschäft ist die Vermittlung einer Immobilie ohne eigenes finanzielles Risiko. Sie sind jedoch mit hohem Anteil an einem Verkauf beteiligt. Regional verschieden werden Provisionen an den Makler von bis zu 7 % vom Kaufpreis fällig. Beispielsweise müssen schon bei einem Kaufpreis von 250 T€ durchschnittlich 12.300 Euro bei Verkaufsabschluss an einen Makler gezahlt werden. Manche Makler teilen diese Kosten zwischen Käufer und Verkäufer auf. Zumeist muss jedoch diese Zahlungsverpflichtung von der Käuferseite übernommen werden.

Hinzu kommt die deutschlandweite Maklerschwemme. Das Branchenbuch in jeder Region ist voll von Immobilienmaklern. Selbst Brancheninsider geben zu, wie selten dieser Personenkreis fundierte Fachkenntnis besitzt. Dem Immobilienmakler als Berufsbild haftet das Image des schnell verdienten Geldes an. Obwohl das lange nicht der Realität entspricht. Doch viele wollen mit der risikolosen Vermittlung ans schnelle Geld kommen. Wenigen hilfreichen Maklern stehen Unmengen an verkrachten Existenzen gegenüber, die kaum auch nur über grundlegendes Wissen und Können in der Immobilienwirtschaft verfügen.

Makler können die Immobilie wertmindern

Dem Käufer oder Verkäufer kann die Zusammenarbeit mit einem Makler aus mehreren Aspekten heraus teuer zu stehen kommen. Selbst ein eher selten anzutreffender, fachkompetenter Makler berechnet zumeist so unangemessen viel Provision, so dass diese Zusatzkosten für den Käufer in keinem Verhältnis zur eigentlich erbrachten Leistung der Vermittlung stehen. Wer als Verkäufer seine Immobilie in einem sogenannten “qualifizierten Alleinauftrag” von einem Makler verkaufen lässt, kann dadurch schnell das Gegenteil von dem erreichen, was er plant. Geködert von vielen Versprechungen rund um seine Immobilie, erwartet der Verkäufer den schnellen Verkauf und einen hohen Verkaufserlös. Gerät er jedoch an einen unfähigen Makler, bleibt er nicht nur monatelang auf seiner Immobilie sitzen, sondern ist zusätzlich mit einer hohen Wertminderung konfrontiert.

Mögliche Ursachen für Wertminderungen durch Makler sind nachvollziehbar. So werden Verkaufspreise beispielsweise bei Verkaufsbeginn zu hoch angesetzt. Die Immobilie ist dann oft viele Monate auf dem Markt, ohne dass sich ein Käufer ernsthaft interessiert. Gründe für zu hoch angesetzte Kaufpreise sind in der Unfähigkeit zu sehen, Immobilienwerte realistisch einschätzen zu können, zu wenig Fachkenntnis zu besitzen oder eben auch in der puren Gier begründet, eine möglichst maximale Provision herausschlagen zu wollen. Viele Vermittler gehen nach dem einfachen Prinzip vor, das aus jedem Zug ein Dummer steigt. Und wollen eben warten, bis dieser Dumme endlich kommt und den völlig überhöhten Preis bezahlt.

Immobilien werden verramscht, wenn sie zu lange auf dem Markt sind

Irgendwann wird jedoch der Verkäufer ungeduldig, wenn das Haus nach vielen Monaten immer noch nicht vom Markt ist. Dann wird der Preis geschrumpft und geschrumpft, die Immobilie verramscht. Käufer sind sehr aufmerksam und beobachten oft jahrelang den Markt, bis sie eine Immobilie erwerben. Ist eine schon lange auf dem Markt befindliche Immobilie im Preissturz, so sind sie oft noch nicht einmal mehr bereit den eigentlichen Preis zu zahlen, der für das Immobilienobjekt fair und angemessen wäre. Irgendwann geben viele Verkäufer entnervt nach und wollen nur noch, dass ihr Haus endlich verkauft ist. Vom Makler werden sie dann nur zu hören bekommen, dass eben ihre Immobilie nicht mehr Wert hat, der Markt schlecht ist oder welche Ausrede auch immer. Wer den Schaden als Verkäufer hat, muss sich nun auch noch die dummen Ausreden des Maklers anhören. Der dann immer noch zur Verkaufsbremse wird, denn zudem drücken viele Käufer bei Verkaufsverhandlungen immer noch gern den eigentlichen Verkaufspreis um die Summe, die dann noch zusätzlich als Maklerprovision fällig werden würde. So erleidet der Verkäufer tatsächlich nicht selten einen doppelten finanziellen Verlust beim Immobilienverkauf, wenn er sich auf einen Makler verlässt.

Häufig belasten sich Makler nicht mit sachlichen Informationen

Weitere mögliche Wertminderungen einer Immobilie durch Makler sind durch fehlende Information begründet. So werden beispielsweise Daten und Fakten einer Immobilie nur unzureichend erfasst und dementsprechend mangelhaft in einem Expose` dargestellt. Bilder sagen mehr als Worte. Schaut man sich einmal nach dem Zufallsprinzip Maklerangebote an, so wird man leider feststellen, wie oft dort sehr unvorteilhafte und schlecht gemachte Fotos Immobilien dokumentieren sollen.

Da für viele Makler nur das schnelle Geschäft der Vermittlung im Vordergrund steht, informieren sie sich häufig eher oberflächlich über das Objekt, welches sie verkaufen. Sobald die ersten wirklich ernstgemeinten Anfragen von Kaufinteressenten kommen, können sie keine Auskunft mehr geben. In der Praxis schicken Maklerbüros auch oft Auszubildende zum ersten Besichtigungstermin, die das Objekt in dem Moment der Besichtigung mit dem Kaufinteressenten auch zum ersten Mal betreten. Mehr als ein reines Herumführen wird dann nicht möglich sein. Selbst einfachste Fragen des Käufers zum Objekt können dann nicht beantwortet werden, von spezielleren Auskünften ganz zu schweigen.

Verkäufer sollten selbstbewusst selbst verkaufen

Sicher fühlt sich nicht jeder sofort in der Lage, seine Immobilie auch selbst zu verkaufen. Es kursiert ein Expertenglaube, auf dem die Verkaufsargumentation der Makler für ihr Produkt reiner Vermittlungsleistung häufig basiert. Doch realistisch betrachtet ist doch zumeist der Besitzer einer Immobilie auch der fundierteste Experte. Er weiß alle Fakten rund um sein Haus, sein Grundstück oder seine Wohnung. Und es gibt nur wenig Informationen, die er sich erst beschaffen muss. Faktisch kann man sich über das Internet viele wertvolle Information zum Marktwert einer Immobilie selbst beschaffen. Auch gibt es gute Vorlagen, wie man ein aussagefähiges Verkaufsangebot selbst erstellt. Ist man nicht sehr talentiert für gute Fotos, so lohnt sich die Investition in einen guten Fotografen, der die Immobilie von ihrer besten Seite dokumentiert, allemal. Und zum eigentlichen Verkauf kann man sich im Vorfeld auch von einem Rechtsanwalt ausreichend beraten lassen, um mögliche Fallstricke zu vermeiden.

Es gibt mittlerweile ausreichend Verkaufsportale, in denen man seine Immobilie privat und direkt anbieten kann. Wer in der Materie völlig unsicher ist, kann sich mit Fachliteratur zum Thema weiterhelfen. Alles, womit ein Makler beim Immobilienkauf punkten kann, ist Information. Doch zumeist ist der Informationsvorsprung nicht allzu groß und mit etwas Engagement und der Bereitschaft, sich sachlich mit dem Thema zu beschäftigen, kann jeder Verkäufer ein Immobiliengeschäft auch ohne Makler erfolgreich zum Abschluss bringen. Um sich als Verkäufer dazu durchzuringen, seine Immobilie privat zu verkaufen, braucht man sich nur einmal in die Lage des Kaufinteressenten zu versetzen. Er hat schon die hohe Investition des Ankaufs vor sich, zudem die vielen Kosten rund um die Immobilie zu tragen. Er übernimmt die Notarkosten und muss gleich nach dem Kauf kräftig Grundsteuer zahlen. Verständlicherweise würde jeder Käufer ein Immobilienangebot nach seinem Interesse bevorzugen, bei dem er nicht noch eine hohe Summe rein für die Vermittlung zahlen muss. Im Immobilienmarkt spricht viel für das Direktgeschäft zwischen Käufer und Verkäufer ohne jede Vermittlungsfunktion.

Reales Beispiel, wie Makler Immobiliengeschäfte belasten:

Frau A. war eine Witwe. Das Haus war ihr zu groß geworden. Die erwachsenen Kinder drängten sie zum Verkauf. Ein Makler überredete sie, ihm einen Alleinauftrag zu geben. Frau A. erwartete für ihr Haus eine Verkaufssumme über 350 T€, die ihr der Makler zusagte. Einige Zeit nach der Auftragserteilung legte ihr der Makler nahe, den Preis um mindestens 80 T€ zu senken, da sonst vermeintlich kein Käufer zu finden wäre. Frau A. stand finanziell unter Druck, da sie selbst einige Schulden hatte und auch die Kinder dringend Geld benötigten. Man einigte sich nach langem Hin und Her auf 280 T€. Jedoch knüpfte Frau A. gegenüber dem Makler daran Bedingungen, wollte zusätzlich zu dem Preis noch 8000 Euro für bestimmte zusätzliche Einbauten im Haus vom Käufer. Der Makler setze ein Angebot in die Zeitung und fand kurzfristig den Käufer B., der bereit war nach nur zwei Besichtigungen das Haus zu kaufen. Der Makler teilte dem Käufer nicht mit, das Frau A. zusätzlich zum Kaufpreis Geld verlangte. Man beurkundete das Haus nach Preisverhandlungen auf 275 T€ Verkaufpreis. Unmittelbar nach dem Verkauf beim Notar verlangte Frau A. vom Käufer B. eine nicht vereinbarte Anzahlung für den Kaufpreis über 10 T€ mit der Begründung, sonst nicht genügend Geld für einen Auszug aus dem Haus zu besitzen. Da der Käufer B solvent genug war, zahlte er bereitwillig diese Summe bar an sie aus. Nachdem die Verkäuferin A. das Geld erhalten hatte, forderte sie die zusätzlichen 8000 Euro vom Käufer, wie sie es mit dem Makler besprochen hatte. Jedoch war der Käufer nicht bereit, diese Summe zu zahlen. Der Makler hatte den Käufer nicht über diese Forderung informiert und sie war auch nicht im Kaufvertrag enthalten. Die Verkäuferin A. war schon sehr enttäuscht, das sie nicht die erwarteten 350 T€ erhielt. Nun war sie über die Weigerung des Käufers so erbost, so dass sie ihn vor ihrem Auszug in der gesamten Nachbarschaft schlecht redete. Sie stellte ihn als einen Betrüger dar, der eine alte Frau über den Tisch zieht. Der Käufer musste sofort nach Vertragsabschluss an den Makler 18 T€ zahlen, ohne dass er ihn wegen der entstandenen Umstände zur Verantwortung ziehen konnte. Als die Verkäuferin A. auszog, zerstörte sie bewusst viele Dinge im Haus, die der Käufer später teuer sanieren lassen musste. Die Racheaktion einer verbitterten Frau, die so im Käufer einen vermeintlichen Sündenbock sah. Der Käufer hatte sich zwar ein Haus nach seinen ungefähren Vorstellungen gekauft, musste aber in den Folgejahren mit vielen Anfeindungen aus der Nachbarschaft leben und hatte viele unvorhergesehene Kosten durch die Sanierung. Ohne Makler wäre ihm das nicht passiert. Der reale Marktwert des Hauses befand sich zum Zeitpunkt des Verkaufs nur bei etwa 255 T€. So hatte der Käufer B. nicht nur den ganzen Ärger, sondern auch grundsätzlich schon 20 T€ über dem Marktwert bezahlt und somit doppelten Schaden. Auch die Verkäuferin A. war extrem unzufrieden mit dem Verkauf, da der Makler sie unrealistisch und schlecht beraten hatte. Der höhere Schaden entstand jedoch eindeutig in diesem Fall dem Käufer.

Freitag, 6. Januar 2012

Bleistiftskizzen - Pferde


Derzeit bin ich viel im Atelier und komme nur selten dazu, den Blog mit aktuellen Beiträgen zu füllen. Hier nun einige Fotos meiner aktuellen Bleistiftskizzen. Ich arbeite u.a. an der Vorbereitung von 25 großformatigen Pferdegemälden, die im Verlauf des Jahres fertig werden sollen. An das Thema taste ich mich mit vielen Bleistiftskizzen heran, um die angemessene Umsetzung zu planen. Idealerweise wird ein Querschnitt aus verschiedenen Pferderassen gewünscht, vom Freizeitpferd bis zum hochtalentierten Sportpferd. Das Foto links zeigt skizzierte Kopfstudien des bekannten Hengstes Totilas.




Häufig bin ich auf Reitanlagen und beobachte, versuche die Bewegungen und Eindrücke in meinem Skizzenbuch zu erfassen. Eben schnelle Skizzen zu machen, wie auf dem zweiten Foto rechts zu sehen. Beispielsweise eine noch unfertige, einfache Ausdrucksstudie eines Kopfes. Weiterhin mache ich auch Fotos als eine Art Gedächtnisprotokoll bei interessanten Bewegungsabläufen der Pferde und nutze sie später als Grundlage für Zeichnungen. Auf dem dritten Foto sieht man eine schöne Aufnahme von der Winterkoppel:



Die folgenden Fotos zeigen mehrere Skizzen von verschiedenen Pferderassen. Hier versuche ich, möglichst das Typvolle zu erarbeiten. Ich fertige um die 100 Skizzen an, später wähle ich 25 Motive aus und male im zweiten Arbeitsschritt Aquarellstudien, um die Farbverteilung zu planen. Erst im dritten Arbeitsschritt gehe ich auf die große Leinwand. Ein sehr arbeitsintensives Thema, das mir jedoch viel Freude bringt. Hier eine kleine Auswahl der Bleistiftarbeiten:







Donnerstag, 1. Dezember 2011

Ein Freizeitpferd ist schnell gekauft....


Pferdelatein wird von Pferdenarren gern und viel gesponnen. Spricht man das Thema Pferdekauf an, hat jeder mindestens eine warnende Story parat, wie es besser nicht laufen sollte. Da wird von vielen Tricks und Kniffen gesprochen, den ganzen Betrügereien und falschen Aussagen und Versprechungen rund um das zu verkaufende Pferd. Klickt man in die entsprechenden Onlineportale des Pferdeverkaufs, blättert in den Pferdemarktzeitschriften oder sieht die Anzeigen durch, entsteht schnell der Eindruck, dass der Pferdemarkt geradezu von Freizeitpferden überschwemmt ist. Doch was steckt wirklich dahinter? Wie kommt der Freizeitreiter wirklich zu einem passenden Pferd, ohne völlig "über das Ohr gehauen" zu werden? Für Profis im Reitsport steht die Frage sicher selten zur Diskussion. Sie sind zumeist schon "in Reitstiefeln aufgewachsen" und kennen sich von Kindheitsbeinen an mit dem Thema aus. Obwohl mir selbst schon solche "alten Hasen" erzählten, wie sie schon einmal bei einem Pferdekauf hereingefallen sind. Und dann ist da ja immer noch die Sache mit der "Liebe auf den ersten Blick". Was macht man, wenn alle Vernunft dagegen spricht, und man trotzdem dem ganz bestimmten Pferd nicht widerstehen kann?

Vernunft und Planung kontra Intuition und Emotion beim Pferdekauf - Fast jeder, der gern freizeitmäßig reitet oder fährt, hegt früher oder später den Wunsch nach einem eigenen Pferd. Egal für welchen Zweck, man möchte das Pferd für längere Zeit. Pferd und Besitzer sollten gut zusammen passen. Deshalb ist es wichtig, schon vor der aktiven Pferdesuche klar zu wissen, was man wirklich will. Welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, was für ein Reiter oder Fahrer man ist, wie die finanziellen und zeitlichen Bedingungen aussehen. So bietet es sich an, auf Zuchtschauen, Pferdemessen und Reiterhöfen vor Ort die Informationen zu sammeln, welche Pferderasse sich eignet.




Ein gutes Pferd hat keine Farbe - Sicher entscheidet auch das Aussehen die Wahl des Partners Pferd. Doch von erfahrenen Profis hört man immer wieder, das ein gutes Pferd keine Farbe hat. Die Farbverteilung sei somit das Unwichtigste an einem guten Pferd. Auf das Wesen, die Gesundheit, den Körperbau wird viel mehr Wert gelegt. Und auch auf die Vorerfahrung, den Ausbildungsstand. Ein seit mehr als 30 Jahren im Reit - und Fahrsport erfolgreich aktiver Mann, der selbst 11 Pferde besitzt, meinte zu mir, es gäbe gar kein wirklich gutes Freizeitpferd frei zu verkaufen. So solle man sich seiner Meinung nach vor den Pferden hüten, die angeblich "freizeitgeritten" wären. Diese Pferde wären oft noch nicht einmal richtig eingeritten, geschweige denn ausgebildet. Das Beste wäre nach seiner Ansicht ein Jährling, den man von einem zuverlässigen und anerkannten Züchter bezieht. Nur so könne man sicher stellen, ein völlig unbelastetes Pferd zu bekommen. Natürlich wäre es ein finanzielles Unterfangen, dieses Pferd von professionell Ausgebildeten so einreiten zu lassen, dass man es dann nach dem 3 oder 4 Lebensjahr zuverlässig selbst nutzen kann. Doch das wäre nach seiner Ansicht die einzig richtige Methode. Viele Pferde, die mit 5 - 8 Jahren als Freizeitpferd angeboten würden, wären im Prinzip vom Vorbesitzer "versaut" und nicht selten eine Wundertüte, da man nicht genügend über die entsprechenden Vorerfahrungen des Pferdes wissen würde. Natürlich könne man auch ein deutlich älteres Pferd kaufen, auch manch ein 10 - 14 jähriges Pferd kann eine gute Wahl sein. Nur ist dann eben die Zeit, die man noch aktiv gemeinsam nutzen kann, oft viel zu begrenzt. Es bleibt sehr genau abzuwägen, welches Ankaufalter richtig ist und wirklich passt. Da gäbe es auch starke Rasseunterschiede. Auch käme es immer wieder zu falschen Behandlungen und Nutzungen im Vorfeld, wenig artgerechter Haltung und der neue Besitzer braucht oft jahrelang, um alle Fehler des oder der Vorbesitzer wieder "auszubügeln". Wäre man selbst kein Profi und erfahren im Reitsport, so sollte man sich lieber auf eine Reitbeteiligung beschränken. Die einzige Art und Weise, die er für den Ankauf eines bereits älteren und schon gerittenen oder gefahrenen Pferdes nutzen würde, wäre die zuverlässige Empfehlung. Man kenne sich untereinander, die guten Pferdehalter und Züchter. Und wenn mal jemand aus diesem Bereich aus Kostengründen oder anderen persönlichen Gründen ein Pferd zum Kauf abgibt, so wäre das eine wirklich gute Gelegenheit. Wenn dann eben auch die Eckdaten passen würden und sich das angebotene Pferd für die vorgesehene Haltung und Nutzung eignet.




Geduld und Zeit nehmen beim Pferdekauf - Immer mehr kommen erst im Erwachsenenalter mit dem Freizeitreiten in Berührung. So flutet eine wachsende Zahl von Laien in den Pferdemarkt. Denen gerne viel und oft auch Übertriebenes mit auf den Weg gegeben wird, wenn sie den Ankauf eines Pferdes planen. Man sollte sich nicht von den vielen unterschiedlichen Meinungen in Sachen Pferdekauf verunsichern lassen. Doch je besser man im Vorfeld Bescheid weiß und selbst Erfahrungen sammelt, um so sicherer wird der Kauf gelingen. Es gibt eine Vielzahl Profis, die ihre Dienste für den Pferdekauf anbieten. Man kann sich beim Ankauf von einem Tierarzt, von erfahrenen Reitern, Fachleuten der angestrebten Reitweise oder Fahrart begleiten lassen. Es gibt auch Pferdehändler, die eine individuelle Auswahl und Suche angepasst an die persönlichen Vorstellungen kostenpflichtig anbieten.




Nur darf man nicht unterschätzen, dass jeder Erfahrene seine ganz persönlichen Vorlieben, Erfahrungen und Interessen in die Ankaufberatung einbringt. Die nicht immer mit den eigenen Bedürfnissen zusammen passen. Jeder Reiterhof oder Reitverein ist wie ein kleines Biotop. Da gibt es jeweils ortsgebundene Auffassungen und Ansichten, die sich teilweise von anderen Höfen und Reitgruppen unterscheiden. Wichtig ist, seine eigenen Schwerpunkte zu setzen. Und sich von einer erfahrenen Vertrauensperson helfen zu lassen, die fehlende Erfahrungen beim Pferdekauf ergänzen kann. Tierärztliche Untersuchungen und ein wasserdichter Vertrag mit entsprechenden Rückgabeklauseln, falls Angaben nicht stimmen, sind grundsätzlich notwendig. Das gewünschte Pferd muss den Vorstellungen und Wünschen des Besitzers entsprechen. Und der zukünftige Besitzer sollte es sich leisten können. Über alle faktisch und eventuell entstehenden Kosten muss Klarheit bestehen. Es hat keinen Zweck, finanzielle Kompromisse zu machen. Wenn klar wird, dass man sich das eigentliche Wunschpferd aus Kostengründen nicht leisten kann, ist es nicht ratsam, ein preiswerteres Pferd zu kaufen, nur weil man es sich eben besser leisten kann. Hier sollte man lieber ganz oder gar nicht handeln. Sich selbst und auch dem Pferd zuliebe.




Ehrlichkeit beim Pferdekauf
Pferdehaltung ist ein intensives Hobby, 365 Tage lang im Jahr. Für den Ankauf ist Ehrlichkeit sich selbst gegenüber oberstes Gebot. Man darf weder seine Kenntnisse, reiterliche Fähigkeiten noch eigene finanziellen Möglichkeiten überschätzen. Besitzer tragen ihrem Vierbeiner gegenüber die volle Verantwortung. Im Vorfeld der Anschaffung ist es nützlich, alle wichtigen Fragen konkret zu beantworten. Täglich Zeit für das Pferd und eine artgerechte Haltungsmöglichkeit ist notwendig.


Spontankäufe schaden Besitzer und Pferd
Wunschpferde werden nur zu einem erfüllenden Hobby, wenn eine realistische Basis vorhanden ist. Viele Freizeitpferde werden nicht jeden Tag geritten. Doch trotzdem brauchen sie täglich ausreichend Bewegung und Beschäftigung. Für ein Freizeitpferd eignet sich beispielsweise ein artgerechter Offenstall mit ausreichend Koppelgang, insbesondere wenn es zu den Robustpferderassen zählt. Pferde fühlen sich in Herden wohler. Es macht Sinn, erst den geeigneten Offenstall im nahen Umfeld zu finden, ehe man den Ankauf vollzieht. So kann man auch die Gegebenheiten vor Ort beim Kauf berücksichtigen, wenn beispielsweise nur die Haltung eines unbeschlagenen Wallachs in einer Herde möglich ist. Etwa gezielt ein Pferd kaufen, das aus der Offenstallhaltung kommt und sich in dieser Haltungsform wohl fühlt. Bei der Auswahl des Pferdes ist weiterhin der nachgewiesene Ausbildungsstand vom Pferd im Hinblick auf eigene reiterliche Fähigkeiten wichtig. Pferde als Freizeitpartner sollten leichtrittig sein und eine gute Grundausbildung besitzen. Wünschenswert ist ein guter Charakter, ein sicher an den Hilfen stehendes Pferd, das auch Hilfen sofort annimmt. Umfangreiche Proberitte sind ein Muss, um die Geländesicherheit zu prüfen. Idealerweise kann man ein Pferd erst an mehreren Tagen im Gelände reiten, ehe man sich entscheidet. Für Erstkäufer ist ein Wallach ein zuverlässiger und sicherer Partner. Auch Stuten können eine gute Wahl sein, wenn sie zum neuen Besitzer passen und die Haltung in einer Stutenherde möglich ist. Von Hengsten wird Freizeitreitern zumeist abgeraten, da die Haltung kompliziert ist und oft notwendige Erfahrung im Umgang fehlt.

Ein gutes Pferd hat seinen Preis - Als grober Richtwert gilt für ein zuverlässiges Freizeitpferd der Ankaufpreis von mindestens 5000 Euro. Hinzu kommen einmalige Kosten für die Grundausstattung und den Sattel. Die monatlichen Festkosten sind lokal verschieden, pauschal kann als Durchschnittswert 500 Euro monatlich für ein Freizeitpferd eine Orientierung geben. Laufende Kosten setzen sich beispielsweise aus Stallmiete, Versicherung, Pflege und Futter, Hufschmied, Ausbildungskosten, Ausrüstungen, Impfungen und Wurmkuren zusammen. Hinzu kommen außergewöhnliche Kosten bei Krankheit oder Unfall, die man mit einer finanziellen zusätzlichen Rücklage absichern sollte. Insgesamt macht es Sinn, für die Anschaffung eines Freizeitpferd über ein Startkapital von mindestens 20.000 Euro zu verfügen. Würde man trotz zu geringer finanzieller Möglichkeiten ein Pferd ankaufen, schadet man dem Tier. Denn es würde bei finanziellen Engpässen schnell wieder weiterverkauft werden müssen und geht so durch zu viele Hände.

Pferde sind sehr sensibel und können bei häufigem Wechsel auffällige Verhaltensstörungen entwickeln und unreitbar werden. So kann ein unüberlegter Ankauf das Pferd in absehbarer Zeit auf den Schlachthof bringen. Nicht selten erweist sich ein oft weiterverkauftes Pferd zunehmend als unreitbar und schwierig, so dass der soundsovielte Nachbesitzer keine andere Verwendung mehr hat. Deshalb sollte ein Pferdekauf unbedingt verantwortungsvoll gehandhabt werden. Manchmal zeigt ein vernünftiger Verzicht auf einen Ankauf den wahren Pferdefreund.