





Eine kleine Auswahl neuerer Kopfstudien & Bewegungsstudien mit Bleistift, fixiert, auf verschiedenen Formaten by Astrid Treumann 2012














Fast jeder, der gern freizeitmäßig reitet oder fährt, hegt früher oder später den Wunsch nach einem eigenen Pferd. Egal für welchen Zweck, man möchte das Pferd für längere Zeit. Pferd und Besitzer sollten gut zusammen passen. Deshalb ist es wichtig, schon vor der aktiven Pferdesuche klar zu wissen, was man wirklich will. Welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, was für ein Reiter oder Fahrer man ist, wie die finanziellen und zeitlichen Bedingungen aussehen. So bietet es sich an, auf Zuchtschauen, Pferdemessen und Reiterhöfen vor Ort die Informationen zu sammeln, welche Pferderasse sich eignet.
Ein gutes Pferd hat keine Farbe - Sicher entscheidet auch das Aussehen die Wahl des Partners Pferd. Doch von erfahrenen Profis hört man immer wieder, das ein gutes Pferd keine Farbe hat. Die Farbverteilung sei somit das Unwichtigste an einem guten Pferd. Auf das Wesen, die Gesundheit, den Körperbau wird viel mehr Wert gelegt. Und auch auf die Vorerfahrung, den Ausbildungsstand. Ein seit mehr als 30 Jahren im Reit - und Fahrsport erfolgreich aktiver Mann, der selbst 11 Pferde besitzt, meinte zu mir, es gäbe gar kein wirklich gutes Freizeitpferd frei zu verkaufen. So solle man sich seiner Meinung nach vor den Pferden hüten, die angeblich "freizeitgeritten" wären. Diese Pferde wären oft noch nicht einmal richtig eingeritten, geschweige denn ausgebildet. Das Beste wäre nach seiner Ansicht ein Jährling, den man von einem zuverlässigen und anerkannten Züchter bezieht. Nur so könne man sicher stellen, ein völlig unbelastetes Pferd zu bekommen. Natürlich wäre es ein finanzielles Unterfangen, dieses Pferd von professionell Ausgebildeten so einreiten zu lassen, dass man es dann nach dem 3 oder 4 Lebensjahr zuverlässig selbst nutzen kann. Doch das wäre nach seiner Ansicht die einzig richtige Methode. Viele Pferde, die mit 5 - 8 Jahren als Freizeitpferd angeboten würden, wären im Prinzip vom Vorbesitzer "versaut" und nicht selten eine Wundertüte, da man nicht genügend über die entsprechenden Vorerfahrungen des Pferdes wissen würde. Natürlich könne man auch ein deutlich älteres Pferd kaufen, auch manch ein 10 - 14 jähriges Pferd kann eine gute Wahl sein. Nur ist dann eben die Zeit, die man noch aktiv gemeinsam nutzen kann, oft viel zu begrenzt. Es bleibt sehr genau abzuwägen, welches Ankaufalter richtig ist und wirklich passt. Da gäbe es auch starke Rasseunterschiede. Auch käme es immer wieder zu falschen Behandlungen und Nutzungen im Vorfeld, wenig artgerechter Haltung und der neue Besitzer braucht oft jahrelang, um alle Fehler des oder der Vorbesitzer wieder "auszubügeln". Wäre man selbst kein Profi und erfahren im Reitsport, so sollte man sich lieber auf eine Reitbeteiligung beschränken. Die einzige Art und Weise, die er für den Ankauf eines bereits älteren und schon gerittenen oder gefahrenen Pferdes nutzen würde, wäre die zuverlässige Empfehlung. Man kenne sich untereinander, die guten Pferdehalter und Züchter. Und wenn mal jemand aus diesem Bereich aus Kostengründen oder anderen persönlichen Gründen ein Pferd zum Kauf abgibt, so wäre das eine wirklich gute Gelegenheit. Wenn dann eben auch die Eckdaten passen würden und sich das angebotene Pferd für die vorgesehene Haltung und Nutzung eignet.
Geduld und Zeit nehmen beim Pferdekauf - Immer mehr kommen erst im Erwachsenenalter mit dem Freizeitreiten in Berührung. So flutet eine wachsende Zahl von Laien in den Pferdemarkt. Denen gerne viel und oft auch Übertriebenes mit auf den Weg gegeben wird, wenn sie den Ankauf eines Pferdes planen. Man sollte sich nicht von den vielen unterschiedlichen Meinungen in Sachen Pferdekauf verunsichern lassen. Doch je besser man im Vorfeld Bescheid weiß und selbst Erfahrungen sammelt, um so sicherer wird der Kauf gelingen. Es gibt eine Vielzahl Profis, die ihre Dienste für den Pferdekauf anbieten. Man kann sich beim Ankauf von einem Tierarzt, von erfahrenen Reitern, Fachleuten der angestrebten Reitweise oder Fahrart begleiten lassen. Es gibt auch Pferdehändler, die eine individuelle Auswahl und Suche angepasst an die persönlichen Vorstellungen kostenpflichtig anbieten.
Nur darf man nicht unterschätzen, dass jeder Erfahrene seine ganz persönlichen Vorlieben, Erfahrungen und Interessen in die Ankaufberatung einbringt. Die nicht immer mit den eigenen Bedürfnissen zusammen passen. Jeder Reiterhof oder Reitverein ist wie ein kleines Biotop. Da gibt es jeweils ortsgebundene Auffassungen und Ansichten, die sich teilweise von anderen Höfen und Reitgruppen unterscheiden. Wichtig ist, seine eigenen Schwerpunkte zu setzen. Und sich von einer erfahrenen Vertrauensperson helfen zu lassen, die fehlende Erfahrungen beim Pferdekauf ergänzen kann. Tierärztliche Untersuchungen und ein wasserdichter Vertrag mit entsprechenden Rückgabeklauseln, falls Angaben nicht stimmen, sind grundsätzlich notwendig. Das gewünschte Pferd muss den Vorstellungen und Wünschen des Besitzers entsprechen. Und der zukünftige Besitzer sollte es sich leisten können. Über alle faktisch und eventuell entstehenden Kosten muss Klarheit bestehen. Es hat keinen Zweck, finanzielle Kompromisse zu machen. Wenn klar wird, dass man sich das eigentliche Wunschpferd aus Kostengründen nicht leisten kann, ist es nicht ratsam, ein preiswerteres Pferd zu kaufen, nur weil man es sich eben besser leisten kann. Hier sollte man lieber ganz oder gar nicht handeln. Sich selbst und auch dem Pferd zuliebe.
Ehrlichkeit beim Pferdekauf
Pferdehaltung ist ein intensives Hobby, 365 Tage lang im Jahr. Für den Ankauf ist Ehrlichkeit sich selbst gegenüber oberstes Gebot. Man darf weder seine Kenntnisse, reiterliche Fähigkeiten noch eigene finanziellen Möglichkeiten überschätzen. Besitzer tragen ihrem Vierbeiner gegenüber die volle Verantwortung. Im Vorfeld der Anschaffung ist es nützlich, alle wichtigen Fragen konkret zu beantworten. Täglich Zeit für das Pferd und eine artgerechte Haltungsmöglichkeit ist notwendig.
Spontankäufe schaden Besitzer und Pferd
Wunschpferde werden nur zu einem erfüllenden Hobby, wenn eine realistische Basis vorhanden ist. Viele Freizeitpferde werden nicht jeden Tag geritten. Doch trotzdem brauchen sie täglich ausreichend Bewegung und Beschäftigung. Für ein Freizeitpferd eignet sich beispielsweise ein artgerechter Offenstall mit ausreichend Koppelgang, insbesondere wenn es zu den Robustpferderassen zählt. Pferde fühlen sich in Herden wohler. Es macht Sinn, erst den geeigneten Offenstall im nahen Umfeld zu finden, ehe man den Ankauf vollzieht. So kann man auch die Gegebenheiten vor Ort beim Kauf berücksichtigen, wenn beispielsweise nur die Haltung eines unbeschlagenen Wallachs in einer Herde möglich ist. Etwa gezielt ein Pferd kaufen, das aus der Offenstallhaltung kommt und sich in dieser Haltungsform wohl fühlt. Bei der Auswahl des Pferdes ist weiterhin der nachgewiesene Ausbildungsstand vom Pferd im Hinblick auf eigene reiterliche Fähigkeiten wichtig. Pferde als Freizeitpartner sollten leichtrittig sein und eine gute Grundausbildung besitzen. Wünschenswert ist ein guter Charakter, ein sicher an den Hilfen stehendes Pferd, das auch Hilfen sofort annimmt. Umfangreiche Proberitte sind ein Muss, um die Geländesicherheit zu prüfen. Idealerweise kann man ein Pferd erst an mehreren Tagen im Gelände reiten, ehe man sich entscheidet. Für Erstkäufer ist ein Wallach ein zuverlässiger und sicherer Partner. Auch Stuten können eine gute Wahl sein, wenn sie zum neuen Besitzer passen und die Haltung in einer Stutenherde möglich ist. Von Hengsten wird Freizeitreitern zumeist abgeraten, da die Haltung kompliziert ist und oft notwendige Erfahrung im Umgang fehlt.
Ein gutes Pferd hat seinen Preis - Als grober Richtwert gilt für ein zuverlässiges Freizeitpferd der Ankaufpreis von mindestens 5000 Euro. Hinzu kommen einmalige Kosten für die Grundausstattung und den Sattel. Die monatlichen Festkosten sind lokal verschieden, pauschal kann als Durchschnittswert 500 Euro monatlich für ein Freizeitpferd eine Orientierung geben. Laufende Kosten setzen sich beispielsweise aus Stallmiete, Versicherung, Pflege und Futter, Hufschmied, Ausbildungskosten, Ausrüstungen, Impfungen und Wurmkuren zusammen. Hinzu kommen außergewöhnliche Kosten bei Krankheit oder Unfall, die man mit einer finanziellen zusätzlichen Rücklage absichern sollte. Insgesamt macht es Sinn, für die Anschaffung eines Freizeitpferd über ein Startkapital von mindestens 20.000 Euro zu verfügen. Würde man trotz zu geringer finanzieller Möglichkeiten ein Pferd ankaufen, schadet man dem Tier. Denn es würde bei finanziellen Engpässen schnell wieder weiterverkauft werden müssen und geht so durch zu viele Hände.
Pferde sind sehr sensibel und können bei häufigem Wechsel auffällige Verhaltensstörungen entwickeln und unreitbar werden. So kann ein unüberlegter Ankauf das Pferd in absehbarer Zeit auf den Schlachthof bringen. Nicht selten erweist sich ein oft weiterverkauftes Pferd zunehmend als unreitbar und schwierig, so dass der soundsovielte Nachbesitzer keine andere Verwendung mehr hat. Deshalb sollte ein Pferdekauf unbedingt verantwortungsvoll gehandhabt werden. Manchmal zeigt ein vernünftiger Verzicht auf einen Ankauf den wahren Pferdefreund.